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„Wir kommen direkt ins Unternehmen und begleiten die Mitarbeiter mit Motivation und individuellen Trainingsmethoden…” Interview mit Maximilian Schreiber von Healthy Sports

Foto M. Schreiber

Maximilian Schreiber arbeitete während seines Studiums als Personal Trainer. Nachdemihm seine Kunden erzählten, dass sie sich ein so persönliches Sportprogramm auch an ihrem Arbeitsplatz wünschen würden tat er sich mit Viktor Ognianov zusammen und sie gründeten “Healthy Sports”.

Welche Weichen haben Sie hin zu Ihrer aktuellen Tätigkeit gestellt und wie entwickelte sich die Idee der Selbstständigkeit hin zu Healthy Sports?

Ich persönlich habe mir während des Studiums Geld mit Personal Training dazu verdient. Da habe ich gemerkt, dass das wirklich gut bei meinen Kunden ankommt und mich viel mit ihnen unterhalten. Meine Kunden kamen aus kleinen, wie auch aus großen Unternehmen und Leute aus dem mittleren Management haben mir erzählt, dass sie sich ein solches Angebot auch für Ihren Arbeitsplatz gewünscht hätten oder wünschen würden.
Daraufhin habe ich angefangen mit Herrn Ognianov (den ich auch aus diesem Zusammenhang kenne) zu überlegen, in welchem Bereich man da vielleicht was machen könnte.
Die Idee zu Healthy Sports ist eigentlich aus diesen Anregungen geboren worden. Wir wollen für jede Unternehmensart, aus jeder Branche, ein individuelles Konzept im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement entwickeln. Natürlich wollen wir auch die langfristige Umsetzung dieses Konzeptes betreuen und sind regelmäßig vor Ort. Wir arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen und sind Ansprechpartner, so lange das von uns entwickelte Konzept läuft und im Unternehmen integriert wird.
Um als Partner des jeweiligen Unternehmens Mehrwert zu bieten, geben wir Mitarbeitern darüber hinaus auch vielfältige Sportprogramme an die Hand.
Das alles umfasst die Grundidee „Healthy Sports“. So haben wir es uns damals überlegt und so setzen wir es heute in der Praxis um.

Was haben Sie denn studiert und wie kamen Sie auf die Idee Personal Training anzubieten?

Ich habe Wirtschaftsrecht studiert, bin also Wirtschaftsjurist. Herr Ognianov ist Sportökonom. Da kamen wir auf die Idee unsere Interessen und Fähigkeiten zu bündeln. Wir saßen zusammen und haben uns folgendes überlegt:
Ich habe Ahnung von Management und Verträgen, er hat Ahnung von Sport und Durchführung. So hat jeder sein Fachwissen, dass dem anderen zwar weniger zugänglich ist, aber zusammen kann man Stärken betonen, sich ergänzen und viel erreichen.
Dadurch bin ich dann aus dem Studium direkt in die Selbstständigkeit gegangen.
Personal Training und Studium unter einen Hut zu bekommen war gar nicht so schwer, morgens musste ich in die Uni und abends fanden die Sportstunden statt.

Was sind Ihre Tätigkeitsfelder und wie sieht ein typischer Arbeitsalltag bei Ihnen aus?

Ich bin eher in der Administrative (Koordination, Verträge, Buchhaltung) tätig und Herr Ognianov in den ausführenden Tätigkeiten (Sportprogramme, Personal Training etc.).
Unser Arbeitsalltag ist sehr vielseitig. Wir haben keine geregelten Arbeitszeiten. Bei mir geht es zumeist sehr früh los. Ich fahre früh am Morgen und erledige die administrativen Dinge. Es kann aber auch am Mittag losgehen, das kommt immer auch auf individuelle Termine an. Beim Herrn Ognianov kann ein Arbeitstag auch schon mal bis spät abends gehen, wenn zu späteren Uhrzeiten Kurse gegeben werden müssen. Mittlerweile hat sich herauskristallisiert, dass man sagen kann, mein Arbeitstag findet morgens bis nachmittags statt und die Arbeitszeiten von Herrn Ognianov sind eher von mittags bis abends. Wir geben uns praktisch beim Mittagessen die Klinke in die Hand.
Healthy Sports ist also von morgens bis abends aktiv.

Warum ist betriebliches Gesundheitsmanagement so wichtig und warum reicht es nicht den Mitarbeitern z.B. günstige Mitgliedschaften im Fitnessstudio zu ermöglichen?

Gesundheitsmanagement meint langzeitlich gesehene, gesundheitliche Verbesserungen der Mitarbeiter und starke Kostensenkung auf Unternehmensseite. Personalkosten sind einer der größten Kostenpunkte im Unternehmen. Diese beinhalten natürlich auch Krankheitsausfälle und ein großer Teil der Gründe solcher Ausfälle kann im Rahmen vom betrieblichen Gesundheitsmanagement behandelt werden. Also, Prävention durch Sport, Bewegung und Anleitung. Wir zeigen Mitarbeitern wie man sich im Arbeitsalltag bestmöglich bewegt um Verletzungen vorzubeugen. Das senkt die Krankenstatistiken enorm. Im Fitnessstudio bekommt der Mitarbeiter des Unternehmens, was die Vergünstigung erworben hat, einmal eine Einweisung und wird dann alleine gelassen, dass hat zur Folge, dass viele wieder kündigen oder nicht mehr hingehen. Wir kommen direkt ins Unternehmen und begleiten die Mitarbeiter mit Motivation und individuellen Trainingsmethoden, sowie regelmäßige Kontrollen bis zu ihrem Ziel und darüber hinaus.

Foto V. Ogninaov

Viktor Ognianov ist Sportökonom und für die ausführenden Tätigkeiten zuständig.

Wie finden sportbegeisterte junge Menschen am besten den Job der zu Ihnen passt?

 

Erfahrung sammelt man nur in der Praxis. Ich würde damit anfangen in einem Unternehmen in diesem Bereich zu arbeiten, sei es im Rahmen eines Praktikums, einer ehrenamtlichen Tätigkeit oder sonstigem, um erst mal ein gewisses Know-How zu bekommen.

Wenn man zum Beispiel im Bereich Fitness noch keine Orientierung hat und nicht genau weiß wohin man will, würde ich empfehlen in einer größeren Kette anzufangen, in der man die Möglichkeit hat Einblicke in jeden Bereich zu bekommen. Das gleiche gilt für große Sportvereine, in denen man auch bezahlte Tätigkeiten ausüben kann, usw.

Schlussendlich würde ich jedem, der seiner eigenen Ideologie und Kreativität folgen möchte raten, sich früher oder später mit dem Thema Selbständigkeit zu befassen. Große Firmen haben natürlich ihre eigene Philosophie und ihre aus Strukturen und Rahmenbedingungen resultierende Bürokratie. Da kann man sich nicht so leicht kreativ ausleben. Man kann sich in diesen Rahmenbedingungen zwar aber autonomer arbeitet man natürlich im eigenen Unternehmen.

Welche Pro- und Kontra Argumente fallen Ihnen spontan ein?

Pro Unternehmen ist natürlich die finanzielle Sicherheit. Man bekommt immer pünktlich zum Anfang des Monats sein Geld aufs Konto überwiesen und man bekommt relativ schnell und in einem großen Umfang das gewisse Know-How vermittelt.

Selbstständige erarbeiten sich ihr Know-How häufig in harter Eigenmanier! Schulungen, Fortbildungen usw. sind meist Angestellten vorbehalten.
Den größten Nachteil an der Arbeit im Konzern oder großen Unternehmen sehe ich, wie schon erwähnt, in sehr engen, vordefinierten Rahmenbedingungen.

Wenn man im Sport auch nicht unbedingt in den Managementbereich eines größeren Unternehmens kommt oder dies auch nicht will, sind die Gehaltsaussichten im Sport eher begrenzt. Die meisten Menschen werden, plump ausgedrückt, im Sport nicht reich. Das muss nicht jedem wichtig sein, ist aber ein zu bedenkender Faktor.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Fehler und am weitesten verbreiteten Irrglauben wenn es um Karriere in der Fitnessbranche geht?

Vielen Menschen denken, sie machen einfach Ihr Hobby zum Beruf und das ist es dann. Die meisten machen sich einfach zu wenige Gedanken. Dass man nicht den ganzen Tag Sport machen kann vergessen sie im ersten Schritt.
Gerade im Sportbereich muss man sehr viel mit Menschen/Kunden kommunizieren und interagieren. Die Betreuung ist sehr zeitintensiv.

Daraus resultiert natürlich auch, dass man gut mit Menschen umgehen kann und gerne mit ihnen arbeitet. Der Sport ist in vielen Bereichen ein Dienstleistungsgewerbe. Hier muss man viel Geduld und Feingefühl mitbringen. Das unterschätzt man gern. Dementsprechend sind sportlich eher wenig aktive Menschen sind zu Anfang eher skeptisch, wenn wir versuchen sie an Konzepte heranzuführen.

Über den Autor

Alexandra Willenberg

Zuständig für PR, Kommunikation und Online-Marketing, versorge ich euch mit Informationen rund um die Themen Sport und Karriere. Hier im Blog, im Newsletter oder bei Facebook, Twitter und Co. Ich liebe Sport und fast alles was damit zu tun hat.

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