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Sport-Jobs und Nachhaltigkeit im Beruf

 Nachhaltigkeit ist heutzutage ein schwer strapaziertes Wort. Jedes große Unternehmen gibt heutzutage Nachhaltigkeitsberichte ab, auf vielen Corporate Websites befinden sich Rubriken zum Thema soziale Verantwortung und im Sinne der Produkterzeugung wird regelmäßig hinterfragt, ob die Produktion nachhaltig funktioniert.

Insbesondere in der Sportartikelbranche begegnet einem das Wort Nachhaltigkeit sehr häufig.

Aber nicht nur im Sinne von Produktion und Herstellung, sondern auch im Bezug zum Job gewinnt das Thema Nachhaltigkeit an Bedeutung. Dies wirft die Frage auf, inwiefern ein Job im Sport nachhaltig sein kann? Laut Wikipedia kann das Wort „nachhalten“ mit der Bedeutung „längere Zeit andauern oder bleiben“ gleichgesetzt werden. Im derzeitigen Sprachgebrauch bedeutet der Begriff, dass auch in anderen Bereichen etwas noch lange Zeit andauern, bestehen, nachwirken oder sein kann bzw. soll, nachdem es gebaut, begonnen und/oder in Bewegung gesetzt wurde. Bezieht man nun den Sport mit ein, so sehe ich insbesondere die soziale Komponente, die der Sport haben kann, um gesellschaftliche Probleme wie Isolation, Förderung von Kommunikation, Abbau von Aggression etc. zu lindern. Dieser Aufgabenteil wird größtenteils durch den organisierten Sport abgedeckt. Da das Vereinswesen gemeinnützig organisiert ist und der Staat sich immer mehr aus der Finanzierung zurückgezogen hat und sich weiter zurückziehen wird, leidet dieses Segment schon heute an chronischer Unterfinanzierung. Ohne das große ehrenamtliche Engagement der Bürger wäre dieses Segment schon lange zusammengebrochen.

Aber nicht nur das Vereinswesen trägt zur Nachhaltigkeit bei, auch der Fitness & Gesundheitsbewegung in Fitnessstudios & Co kann prinzipiell eine gewisse Nachhaltigkeit unterstellt werden, fördert die sportliche Betätigung doch die Gesundheit, das Lebensgefühl und das Miteinander. Doch kann man die Nachhaltigkeit eines generellen Tätigkeitsbereiches auf die nachhaltige Berufsausübung eines Einzelnen transferieren? Ich beobachte in meiner Praxis als Karrierecoach im Sportmarkt schon lange einen Zusammenhang zwischen dem Wunsch, einem nachhaltigen Beruf nachzugehen und diesen im Sport zu finden. Ein gutes Drittel der Bewerber, die sich auf unserer Karriereplattform sport-job.de registrieren sind Branchenquereinsteiger, haben also ihr vorheriges Berufsleben außerhalb des Sportsegmentes verlebt. Frage ich sie nach den Motiven warum sie einen Beruf mit Sportbezug wünschen, so höre ich häufig die Antwort, „weil ich dort einen Sinn für meine Tätigkeit sehe“. Scheinbar werden also eine sinnvolle Tätigkeit und der sportliche Berufsbezug gleichgesetzt.

Dies wirft die Frage auf, wie ein Wechsel in die Sportbranche gelingt, so dass die wechselnde Person auch nach Jahren noch sagen kann, ich gehe einem nachhaltigen Job nach, der mich ausfüllt und glücklich macht? Um diesem hohen Maßstab zu genügen, müssen einige Bedingungen erfüllt sein, wie z. B. am Ende auch eine faire Entlohnung für die Mitarbeiter. Hier wird Kreativität gefragt sein, denn im organisierten Sport und auch im Fitnessumfeld sind die Gehälter im Vergleich zu anderen Branchen, und dies betrifft die Berufsbranchen vieler Wechsler, eher als Niedriglohnsektor anzusehen.

Eine Lösung kann sein, dass man sich selbst generell als unternehmende Person versteht und berufliche Zufriedenheit nicht nur aus einem Erwerbsjob zu beziehen ist. Betrachte ich mich selbst als unternehmende Person, so werde ich zum aktiven Gestalter meines beruflichen Lebens. Damit kann ich die Aspekte, die mir wichtig sind und die ich als nachhaltig verstehe, identifizieren und mir dann die Frage stellen, durch welche Wege ich meine Tätigkeit in Ihrer Gesamtheit als nachhaltig empfinde. Somit bekommt die Beantwortung der  Frage, was Nachhaltigkeit im Job ist, eine Komponente persönlicher Bewertung, in der SIE den Maßstab bestimmen. Ist es der Sport, der mich glücklich macht? Muss es ein Vollerwerb im Sport sein? Oder gib es vielleicht eine Möglichkeit, einen glücklichen Berufswechsel zu vollziehen, in dem ich mich ehrenamtlich im Sport engagiere oder „nur“ ein Unternehmen finde, in der meine Arbeit als solches wertgeschätzt wird?

Nachhaltigkeit hat immer etwas mit der Bewertung der eigenen Lebensumstände zu tun und wie man diese haben möchte. Somit tragen Sie ein Großteil zur nachhaltigen Lebensweise bei, in dem Sie Ihre Vollmacht nutzen und sich die Frage stellen: Wie will ich leben und wie kann ich mein Leben für mich nach meinen Maßstäben nachhaltig zufrieden gestalten?

 

Till Kraemer

Über den Autor

Sport-Job GmbH

Ich bin Till Leon Kraemer und möchte hier mein Wissen über Karriere in der Sportbranche teilen. Bereits seit 1996 beschäftige ich mich mit diesen Thema. 1999 gründete ich die Firma Sport-Job.de. Seitdem helfe ich Menschen, sich Ihrer beruflichen Stärken bewusst zu werden und sich erfolgreich in der Sportbranche zu positionieren.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://sport-job-blog.de/sport-jobs-und-nachhaltigkeit-im-beruf/

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  1. Top Thema in 2013: Nachhaltigkeit auch im Fitness Business | x.Blog

    […] Beiträgen zum Thema “Nachhaltigkeit im Sport- und Fitnesssektor” habe ich beim Sport-Job Blog einen weiteren Artikel gefunden. Der Fokus liegt hier – wundervoller Weise – mehr auf […]

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