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Berufswechsel – So gelingt der Quereinstieg in die Sportbranche

Aus aktuellem Anlass möchte ich mich diese Woche nach längerer Zeit wieder dem Thema Quereinstieg in einen Sport-Job widmen.

In den vergangenen Wochen hatte ich mehrere Beratungssitzungen mit Personen, die schon einige Jahre Berufserfahrung außerhalb des Sports haben und nun Ihre Leidenschaft zum Beruf machen wollen. Meistens sind die Fragestellungen der Suchenden Personen identisch.

Ist mein Lebenslauf so adäquat, welche Jobs und welche Arbeitgeber kommen für mich in Frage, benötige ich noch ein Studium…? Im Folgenden möchte ich ein paar Tipps geben, an denen Sie sich entlang hangeln können, um den Berufswechsel zu meistern:

 

  1. Vorsicht beim Benutzen der Floskel mein Hobby zum Beruf machen. Aus über 10-jähriger Vermittlerpraxis weiß ich, dass nicht wenige Arbeitgeber auf diesen Begriff allergisch reagieren. So hegen sie die Befürchtung, dass man nur in den Sport wechseln wollte, um dann noch mehr klettern, Rad fahren oder Ski fahren zu können und das am Ende doch nicht die Leistung im Vordergrund steht. Daher ist es besser die Formulierung zum Vorteil für den Arbeitgeber zu drehen zum Beispiel „mein langjähriges Know-How aus dem Personalmanagement möchte ich jetzt in eine Branche einbringen, mit der ich mich auch privat sehr identifizieren kann“.

 

  1. Stellen Sie sich die Frage, wie sie Ihr bereits aufgebautes Berufswissen in einen Sport-Job einbringen können? Sie müssen nicht komplett bei null anfangen. Überlegen Sie in welchen Abteilungen Sie Ihr Wissen in Sportunternehmen einbringen können. Auch wenn Sie zum Beispiel den Bereich Key-Account Management im Sport als Fokus für Ihren Wunschberuf haben, könnte es gegebenenfalls hilfreich sein, sofern Sie bisher nur im Innendienst tätig waren, zunächst nach Innendienstpositionen im Sport Ausschau zu halten. Und zwar nach solchen, die im Idealfall dem Key-Account Bereich ähneln. So haben Sie die Perspektive, in zwei Schritten zu wechseln.

 

  1. Bei der Frage, ob Sie eine weitere Ausbildung oder ein Zweitstudium benötigen, gilt es zunächst nach reinem Menschenverstand vorzugehen: Ergründen Sie die Frage, welche Voraussetzung für Ihre Wunschtätigkeit in der Sportbranche erforderlich sind. Studieren Sie hier zunächst die Stellenausschreibungen oder/und lesen Sie die Curricula der Abschlüsse, die in den Stellenanzeigen gefordert sind. Um bei der Stelle des Key-Account Managers in der Sportartikelindustrie zu bleiben, so werden Sie vergleichbare BWL Kenntnisse benötigen, wie sie auch in anderen Branchen gefragt sind. Einzig und allein könnten Ihnen Handelskenntnisse fehlen und dann gilt es nur diese Wissenslücke zu schließen und kein komplettes Studium mehr zu absolvieren.

 

  1. Oft werde ich gefragt, wie man den Lebenslauf für den Sportmarkt anpassen muss. Auch hierbei gelten die gleichen Regeln, wie in anderen Branchen. Wenn Sie im Vertrieb arbeiten wollen, so kann der Lebenslauf zu 75 % identisch mit einer Bewerbung in der Industrie aussehen. Die restlichen 25 % adaptieren Sie so, wie Sie die Anforderungen in der Ausschreibung verstehen. Durchforsten Sie Ihren beruflichen Werdegang nach Stationen, in denen Sie bereits die geforderten Leistungen erfüllt haben und heben Sie diese im Anschreiben oder im Lebenslauf besonders hervor.

 

  1. Für den Quereinstieg benötigen Sie Unmengen an Infos über die Branche. Tummeln Sie sich also dort, wo sich die Branche trifft. Kaufen Sie sich Messetickets für die Leitmessen ISPO, OUTDOOR, FIBO. Suchen Sie nach Branchennetzwerken, Berufsverbänden und Spezialkongressen. Abonnieren Sie Fachzeitschriften. Nutzen Sie vor allem auch LINKEDIN, XING und gegebenenfalls auch Facebook und recherchieren Sie dort nach Spezialgruppen, wo sich die Branche trifft.

 

  1. Die Gehaltsfrage ist im Sportmarkt nicht ganz ohne. Natürlich gibt es Positionen und Unternehmen in der Sportbranche, die vergleichbare Gehälter wie in der Industrie zahlen. Gehen Sie aber grundsätzlich davon aus, dass das Gehaltsniveau im Sportmarkt im Arbeitsmarktvergleich im Schnitt 20 % geringer ausfällt.

 

Fazit: Die Sportbranche ist ein Wachstumsmarkt und hat zum Teil auch Ihre eignen Gesetze. Viele Dinge, die für einen Berufseinstieg in einen Sport-Job notwendig sind, basieren aber auf gesundem Menschenverstand und lassen sich aus anderen Branchen adaptieren. Je nach Geschmack und eigener Strukturiertheit lässt sich der Berufswechsel allein oder mit Hilfe eines Berufscoachs meistern. Eines sollte bei allem aber klar sein:

Leben Sie Ihre Träume und lassen Sie sich von nichts und niemanden abringen, diese zu realisieren. Es geht um Sie!

Till Kraemer

Über den Autor

Sport-Job GmbH

Ich bin Till Leon Kraemer und möchte hier mein Wissen über Karriere in der Sportbranche teilen. Bereits seit 1996 beschäftige ich mich mit diesen Thema. 1999 gründete ich die Firma Sport-Job.de. Seitdem helfe ich Menschen, sich Ihrer beruflichen Stärken bewusst zu werden und sich erfolgreich in der Sportbranche zu positionieren.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://sport-job-blog.de/quereinstieg-in-die-sportbranche/

1 Kommentar

1 Ping

  1. Andreas

    Ich selbst bin Quereinsteiger, zwar nicht in der Sportbranche, aber ich denke dass die oben genannten Tipps branchen- und berufsübergreifend hilfreich sind! Auf http://www.talentfrogs.de/quereinsteiger/ fand ich einen weiteren Ratgeber, der diese Tipps vllt. noch gut ergänzt. Meiner Meinung nach sollte man sich im Klaren darüber sein, zunächst vllt. weniger zu verdienen als in seinem vorherigen Job, Weiterbildungen absolvieren zu müssen und sich viel Neues aneignen zu müssen. Jedoch finde ich, dass dies alles kein Hindernis sein sollte, wenn man so einen Job hat, der einen glücklich macht!

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