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Neue Berufe in der Bikebranche

Ein Bericht vom ISPO Innovation Forum

„Innovationspotentiale in der Bikebranche“, damit beschäftigte sich am 17.8. ein Symposium im Rahmen der ISPO-Bike. Hierbei wurde ich neugierig. Gibt es im Bezug auf Sport-Jobs im Fahrradmarkt tatsächlich neue Berufsperspektiven jenseits von Verkäufer, Fahrradmechaniker oder Marketeer?

In Wirklichkeit ist es mehr als interessant einmal über den Tellerrand zu schauen, in andere Länder oder Fahrradcities wie Kopenhagen oder Amsterdam. Ein treibender Motor ist das E-Bike, mit dessen Hilfe neue Zielgruppen erschlossen werden. Hierbei geht es nicht nur um ältere Personen, sondern unter anderem auch um die arbeitende Bevölkerung, die mit Hilfe von Pedelecs mit elektronischer Unterstützung nicht mehr so verschwitzt zum Arbeitsplatz kommen muss. Im Zusammenhang mit den Trends in Kopenhagen berichtete eine Referentin von Fahrrad-Highways, von denen insgesamt über 250 km Strecke sternförmig in und um Kopenhagen herum entstehen soll. Gemeint sind sehr breit ausgebaute Strecken nur für Fahrradfahrer, die mit Servicestationen und Rastplätzen ausgestattet sind. So entfällt die für Radfahrer nervige Konfrontation mit PKW`s, Abgasen, roten Ampeln etc. Diese Punkte wurden im Übrigen in den späteren Projektgruppen häufig als Hemmschuh heraus gearbeitet, warum nicht mehr Leute das Fahrrad nutzen.

Zweites großes Thema und Schwerpunktthema des letztjährigen Symposiums war, wie können größere Lasten transportiert werden? Lastenräder und Anhänger erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – nicht zuletzt durch stylisches Design. Doch diese Objekte benötigen viel Stellfläche. So wurden best practice Beispiele von Parkstationen vorgestellt, jedoch wurde auch jedem klar, dass es auch völlig neuer Gesamtkonzepte für den städtischen und urbanen Verkehr bedarf. An dieser Stelle wurde auch von Vortragenden im politischen Umfeld deutlich, wie wichtig Lobbyarbeit ist, denn im Gegensatz zur Automobilindustrie findet die Fahrradlobby so gut wie kein Gehör beziehungsweise hat Probleme, Fördergelder im großen Maß zu mobilisieren.

Widmet man sich jetzt dem Thema neue Jobs im Fahrradmarkt, so wird deutlich, dass es bisher kaum Stellenausschreibungen für diese Positionen gibt, sondern es vielmehr um den Einsatz von Entrepreneurship geht, um das Potential zu heben. In Arbeitsgruppen wurden verschiedene Zielgruppen wie der Berufstätige Radler, Eltern mit Kindern, ältere Personen, die Radtouristen etc. analysiert. Es galt zu beschreiben: Wer sie sind? Was sie für Bedürfnisse haben? Was ihre größten Schwierigkeiten sind? Was sie für Verbesserungswünsche in Bezug auf die Radnutzung hätten? Und insbesondere – welche Produktideen aus dem ganzen sich ergeben würden?

Mit dieser Sichtweise auf die Probleme dieser Zielgruppen wurden bei den späteren Präsentationen eine ganze Reihe potentieller neuer Tätigkeitsfelder deutlich. Für die Pendler beispielsweise geht es um Akzeptanz und Förderung des Radfahrens Seitens der Arbeitgeber. Hierbei wäre es zum einen hilfreich das Fahrrad oder E-Bike als Alternative zum Dienstwagen ins Flottenmanagement mit aufzunehmen, zum anderen wäre es prima, Radfahren als Maßnahme in das betriebliche Gesundheitsmanagement aufzunehmen. Dienstleistungen rund um die Nutzung des Fahrrads im betrieblichen Kontext auf wirtschaftlicher und serviceorientierter Ebene anzubieten wäre eine Idee, wie man sich beruflich auch als Quereinsteiger in der Bikebranche engagieren kann. Dafür gibt es im Übrigen keine Ausbildung. Sie sollten für diese Tätigkeit passionierter Radfahrer sein, Know-How im kaufmännischen Kontext mitbringen sowie Kontakt –und Akquisestärke haben. Der Rest müsste im Sinne eines Business Modells marktkonform entwickelt werden.

Übrigens war tatsächliche ein Berater auf dem Symposium schon anwesend, der dieser Tätigkeit nachging. Ein Weiterer war als E-Bike Berater tätig. Gut gefallen hat mir auch ein Beispiel aus Dänemark, wo Manager sich nicht nur zum Golfspielen verabreden, sondern stattdessen einen Geschäftsaustausch auf Basis gemeinsamer Radtouren machen – vielleicht auch mal ein nettes Angebot für deutsche Eventagenturen.

Im Innovationsfeld Bike steckt viel Potential, denn es fördert die Gesundheit, schont die Umwelt, fördert die soziale Kommunikation und ist Bestandteil eines zukunftsgerechten Verkehrskonzepts.

Jedem, der Spaß an dem Thema Bike hat und über einen Berufswechsel nachdenkt sollte sich schon mal den Termin für die nächste ISPO Bike merken oder regelmäßig im Sport-Job-Blog Neuerungen verfolgen.

Till Kraemer

Über den Autor

Sport-Job GmbH

Ich bin Till Leon Kraemer und möchte hier mein Wissen über Karriere in der Sportbranche teilen. Bereits seit 1996 beschäftige ich mich mit diesen Thema. 1999 gründete ich die Firma Sport-Job.de. Seitdem helfe ich Menschen, sich Ihrer beruflichen Stärken bewusst zu werden und sich erfolgreich in der Sportbranche zu positionieren.

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