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Lebensmotive und berufliche Zufriedenheit

Sind Sie in Ihrem Job zufrieden? Die meisten Menschen würden wahrscheinlich antworten: “Mal mehr, mal weniger…”.

Selbstverständlich ist es immer zeiten- und stimmungsabhängig. Das Leben verläuft, Gott sei dank, nie im Gleichklang. Mir geht es bei der Frage auch eher um die grundsätzliche Stimmung.

Einer Studie zufolge gehen mehr als 2 Drittel aller Menschen einer falschen Tätigkeit nach oder sitzen am falschen Arbeitsplatz. Ich persönlich vermute zwar, dass die Zahl derjeniger, die sich am Arbeitsplatz wohlfühlen schon höher liegt, aber warum fühlen sich überhaupt so viele unzufrieden.

Der Schlüssel zur Beantwortung dieser Frage liegt in jedem selbst verborgen und hierbei sind 3 Fragen relevant: Wie gut kennen Sie sich und Ihre Bedürfnisse? Wie konsequent setzen Sie sich dafür ein, Ihre Bedürfnisse auch innerhalb Ihres (Berufs-) Lebens umzusetzen? Und welche Relevanz hat das Umsetzen persönlicher Lebensmotive auf die innere Zufriedenheit?

Die letzte Frage beantwortet sich relativ einfach. Je besser es Ihnen gelingt, Ihre persönliche Interessen und Lebensmotive in Ihren Alltag zu integrieren, desto besser werden Sie sich innerlich fühlen. Machen wir das einmal an einem Beispiel für den Arbeitsmarkt Sport fest. Ein wesentliches Motiv für Menschen, im Sportmarkt täig zu werden, ist ein hohes Bedürfnis nach körperlicher Betätigung. Dieses Lebensmotiv sollten Sie natürlich in der Ausübung körperlicher Aktivität (Sport treiben) ausleben. Gleichzeitig können Sie dieses Lebensmotiv aber auch bedienen, indem Sie in Ihrer beruflichen Tätigkeit möglichst viel mit dem Attribut Sport zu tun haben. So wird z. B. ein Controller mit einem hohen Bewegungsmotiv bei einem Unternehmen, welches Sportartikel herstellt und verkauft viel besser aufgehoben sein als bei Unternehmen aus der Chemie- oder Stahlbranche.

 

Die Bedienung der Lebensmotive kann auch gut im Zusammenhang mit dem Begriff Burnout in Verbindung gebracht werden. Ein Beispiel aus meiner Coaching-Praxis: Ein junger Mann, der sich bei mir im Berufscoaching befand war innerlich vollkommen überfordert mit der Situation, dass er als Mann mit Ende 30 immer noch keiner Führungsrolle nachkam. Intuitiv hatte er sein Lebensmotiv dabei vollkommen richtig bedient. Innerlich lehnte er eine Führungsrolle ab, denn er war damit überfordert, ständig und alleine Entscheidungen treffen zu müssen. Das fundamentale Problem ergab sich aber für diesen Herrn im Zusammenhang mit der Rollenerwartung an einen Mann Ende 30. Er dachte, er müsse eine Führungsposition haben, damit er anerkannt wird. Innerhalb dieses Konfliktes war er gefangen. Nachdem er sich seiner Lebensmotive bewußt wurde und die Bedeutungsebene dessen kennenlernte kam er mit diesem Konflikt deutlich besser klar. Heute arbeitet dieser Mensch als strategischer Berater einem Team wunderbar zu – “das Entscheidungen treffen” überlässt er jetzt anderen. So konnte für ihn an dieser Stelle ein drohender Burnout abgewendet werden.

Leider beantworten sich die ersten beiden Fragen nicht so leicht. Hier ist jeder Einzelne aufgefordert, sich selbst zu entdecken und sich selber kennenzulernen. Ich glaube, dass viele Menschen nicht mit Ihrem Beruf zufrieden sind, weil sie nicht dazu bereit sind, hinzuschauen. Das Erforschen eigener Lebensmotive erfordert sehr viel Mut. Mut zu sich selbst zu stehen und mit der eigenen Wahrheit umgehen zu können. Ferner erfordert die Umsetzung des für sich Erfahrenen im nächsten Schritt noch viel mehr Mut und Engagement. Gegebenfalls wenden sich alte Weggefährten von Ihnen ab oder Ihr Umfeld bezeichnet Sie als egoistisch oder selbstsüchtig. Wenn aber am Ende für Sie ein gesünderes und zufriedeneres Leben als Ergebnis steht, dann sollte Ihnen dies auf jeden Fall wert sein, mehr als zweimal nachzudenken und auf die individuelle Entdeckungsreise zu gehen.

Till Kraemer

Über den Autor

Sport-Job GmbH

Ich bin Till Leon Kraemer und möchte hier mein Wissen über Karriere in der Sportbranche teilen. Bereits seit 1996 beschäftige ich mich mit diesen Thema. 1999 gründete ich die Firma Sport-Job.de. Seitdem helfe ich Menschen, sich Ihrer beruflichen Stärken bewusst zu werden und sich erfolgreich in der Sportbranche zu positionieren.

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  1. Sport-Job-Blog | Sport-Job Blog

    […] Industriebranchen müssen im Arbeitsmarkt Sport einkalkuliert werden. Dies ist im Vergleich zur emotionalen Zufriedenheit und beruflichen Identifikation aber ein Preis, den es sich häufig zu zahlen lohnt“, so Till […]

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