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Karriere im Sportmarkt: SALEWA Geschäftsführer Stefan Rosenkranz im Interview

Sport-Job gelang es einen weiteren Geschäftsführer aus der Sportbranche zu interviewen. Stefan Rosenkranz, Geschäftsführer von SALEWA, beantwortete Sport-Job Fragen zum Thema Einstieg in die Branche, CSR, Mitarbeiterbindung und der Stellenbilanz in der Boomzeit der Outdoorbranche.

SPORT-JOB: SALEWA ist eine Traditionsmarke und wächst unter dem Dach der Oberalp-Gruppe ständig weiter. Was ist das Erfolgsrezept des stetigen Wachstums?

STEFAN ROSENKRANZ: SALEWA ist eine Traditionsmarke, das ist richtig. Einer der Grundsteine unseres Erfolgs ist sicher unsere Geschichte und Vergangenheit. SALEWA wurde 1935 in München gegründet. Vor zwei Jahren haben wir gemeinsam mit allen wichtigen Pa

rtnern das 75. Firmenjubiläum in Südtirol, der heutigen Markenheimat, gefeiert und ich denke, allein aus dieser Tradition heraus sind wir unter dem Dach der Oberalp-Gruppe eine erfolgreiche Marke. Das Erfolgskonzept ist sicher die klare Positionierung am Outdoor-Markt. Wir verstehen uns selbst als Marke von Bergsteigern für Bergsteiger. Eine starke alpine Marke mit der essentiellen alpinen Kompetenz. Der Erfolg ist sicher begründet auf dem Team, denn das Team macht letztendlich die Marke aus. Die Mitarbeiter definieren den Erfolg des Unternehmens – ebenso wird der Erfolg durch die richtige Führung definiert. Das Schöne an unserem Unternehmen ist, dass wir ein managementgeführtes Familienunternehmen sind. Unser Eigentümer steht mit beiden Beinen am Boden – ebenso aber auch mit beiden Beinen im Business. Heiner Oberrauch, Präsident der SALEWA Group, ist jederzeit Ansprechpartner für alle Mitarbeiter. Das bringt das Unternehmen weiter.

SPORT-JOB: Welchen Anteil haben Ihre Mitarbeiter daran?

ROSENKRANZ: Wie oben schon erwähnt: Auf j

eden Fall sind die Mitarbeiter der Grundstein des Erfolges. Nur wenn Ideen, Konzepte und Kreativität gefordert werden – und das wird im Unternehmen SALEWA und Oberalp stark gefördert – können wir erfolgreich sein. Wir haben eine relativ flache Hierarchie in der Unternehmensstruktur und einen ausgeprägten Teamgeist. Wir sind alle sehr outdoor- und bergsportaffin und damit glauben wir daran, dass wir das richtige Konzept haben, um erfolgreich zu sein.

SPORT-JOB: Das neue Europa-Hauptquartier in Bozen wurde innerhalb der Architektur Biennale in Venedig in der Kategorie „Work-in-progress“ nominiert. Kann man diesen Begriff auch auf Ihre Mitarbeiterphilosophie übertragen?

ROSENKRANZ: Ja, das kann man sicher auf unsere Mitarbeiter übertragen. Wir sprechen von Arbeit, Sport und Gesellschaft in Kombination und genau das vermittelt auch unser Headquarter. Also haben wir zum einen die Arbeitsstätte, zugleich einen Betrieb

skindergarten und eine Kletterhalle – eine der größten Kletterhallen in Norditalien. Zudem haben wir das Restaurant Bivak, das regionale Gerichte anbietet und den Mitarbeitern zur Verfügung steht. Nicht zu vergessen ist, dass wir mit Bozen einen der schönsten Firmenstandorte Europas haben, d.h. kurz und gut: „Alles passt zusammen, damit ideale Rahmenbedingungen geschaffen werden können, um gerne und mit Spaß und Erfolg zu arbeiten!“

 

SPORT-JOB: Was sind die größten Herausforderungen innerhalb der Personalarbeit bei SALEWA?

ROSENKRANZ: SALEWA ist ein international bekanntes Unternehmen und damit bekommen wir natürlich auch viele Anfragen und Bewerbungen. Wir definieren es eigentlich immer in der Kombination: Der ideale Bewerber – Mountain und Management – also jemand der sich outdooraffin zeigt, der gerne in die Berge geht, der gern Bergsport betreibt, der klettert und gleichzeitig eine entsprechende Basisausbildung mitbringt. Wichtig für uns ist Integration und Teamfähigkeit, bei uns steht das Team über allem. Die Zusammenarbeit mit den einzelnen Bereichen, den einzelnen Abteilung

en, um dann auch gemeinsam den Erfolg zu feiern.

SPORT-JOB: Was kann ein Bewerber tun, um bei Ihnen als „besonders interessanter Kandidat“ eingestuft zu werden?

ROSENKRANZ: Es gibt einen Leitspruch in unserem Unternehmen, der heißt: „Positiv zieht positiv an!“ Wichtig ist die menschliche Chemie. Der Bewerber muss zum Team passen, in dem er/sie zukünftig arbeiten möchte. Positive Ausstrahlung, positive Affinität, das Glas „halb voll statt halb leer“ zu sehen – das

sind eigentlich die entscheidenden Dinge, die wir beim ersten Gespräch beachten.

SPORT-JOB: Viele Menschen aus dem Bereich Sportökonomie streben eine Position im Bereich Marketing in der Sportartikelindustrie an. Wie hoch sind hierbei die Chancen für Studierende, durch ein Praktikum während des Studiums bei Ihnen nach dem Studienabschluss direkt unterzukommen?

ROSENKRANZ: Wir haben ein gutes Beispiel dafür bei uns in Aschheim, der deutschen SALEWA Niederlassung, die gleichzeitig aber auch die internationale

Zentrale für die Marke DYNAFIT und das Produktmanagement von SALEWA Rucksäcken, Schlafsäcken und Zelten ist. Dort haben wir im Jahr zwischen drei und vier Praktikanten, die bei uns entweder ihr Praktikum im Rahmen des Studiums absolvieren oder Diplomarbeiten bei uns schreiben. Das schöne daran ist, dass wir in den letzten drei Jahren auch zwei Praktikanten übernehmen konnten. Das heißt, die Chance besteht, wenn ein Praktikant sich bei uns wohlfühlt und wir uns mit dem Praktikanten wohlfühlen, dass daraus auch eine längerfristige Zusammenarbeit entstehen kann.

SPORT-JOB: In unserer täglichen Praxis als Sport-Job Vermittler und Karriereberater, äußern uns gegenüber viele Menschen den Wunsch, als Quereinsteiger in der Outdoor-Branche tätig zu werden. Inwiefern bietet Ihr Unternehmen auch Seiteneinsteigern eine Chance, bei Ihnen mitzuarbeiten?

ROSENKRANZ: Wir schauen uns eigentlich je

de Bewerbung im Detail an. Das Ganze läuft über einen gesteuerten HR-Prozess – über eine HR-Abteilung. Und speziell Quereinsteiger sind für uns sehr interessant. Menschen, die mit neuen Ideen, mit neuer Kreativität kommen, die Erfahrungen aus anderen Branchen mitbringen. Das ist enorm wichtig, um die Marke weiterzuentwickeln.

SPORT-JOB: Sie schreiben sich das Thema CSR und Nachhaltigkeit sehr stark auf die Fahnen. Inwiefern spiegelt sich dieser Gedanke auch in Ihrer Personalarbeit wieder, beispielsweise in Konzepten zur langfristigen Mitarbeiterbindung?

ROSENKRANZ: Das Thema CSR ist im Outdoor-Bereich die letzten Jahre sehr massiv diskutiert worden. Wir haben natürlich als Outdoor-Marke eine Vorreiterrolle, sowohl die soziale Verantwortung betreffend, als auch die Nachhaltigkeit in den Produkten, die wir ver

kaufen. Für die Eigentümerfamilie Oberrauch ist das Thema soziale Verantwortung schon immer  präsent. Ein Engagement, das nie „an die große Glocke gehängt“ wurde. Wir unterstützen zum Beispiel seit 15 Jahren ein Projekt in einem Bergdorf in Bolivien. Die Erfolge im Rahmen dieses Projekts wurden jedoch nicht von unseren Marketing Managern aufgegriffen und werblich verwertet. Wir haben ein sehr hohes soziales Engagement – vielleic

ht ganz interessant im Bereich der Mitarbeiterbindung: Der Eigentümer hat drei Ferienhäuser in Italien, die er regelmäßig den Mitarbeitern zur freien Nutzung zur Verfügung stellt, sodass die Mitarbeiter auch an verschiedenen, schönen Urlaubsorten in Italien ein oder zwei Wochen entspannen können. Das ist meiner Meinung nach, über das normale selbstverständliche Maß der Mitarbeiterbindung, eines der Beispiele, die uns ausmachen. Wir bieten alle 2-3 Jahre eine größere Mitarbeiter-Expedition an: 15 bis 20 Mitarbeiter der Gruppe haben die Möglichkeit, an der Expedition teilzunehmen, die zum Großteil von der Firma übernommen wird. Zudem veranstalten wir regelmäßig Ausflüge: Wir gehen natürlich in die Berge, das heißt beispielsweise  Skitourenseminare, Kletterkurse und Hochtouren, um den Mitarbeitern das Thema Bergsport und Outdoor noch näher zu bringen.

SPORT-JOB: Was raten Sie jungen Men

schen bei der Wahl der Ausbildung, wenn Sie in der Outdoor-Branche Fußfassen wollen?

ROSENKRANZ: Ich habe meine ersten Erfahrungen im Sport-Fachhandel gemacht. Das heißt, im direkten Kontakt zwischen dem Fachhändler und dem Konsumenten. Ich denke, da lernt man die Basis, sich eine Zukunft aufzubauen. Das habe ich selber währen

d und vor dem Studium gemacht, um dann den ersten Schritt in der Sportartikelbranche zu schaffen und ich denke, das kann ich jedem Bewerber empfehlen. Die Handelsseite anzuschauen, den Konsumenten zu verstehen – das ist besonders wichtig. Denn am Ende des Tages ist unser Chef der Konsument, der unsere Produkte kauft.

SPORT-JOB: Wie schätzen Sie den Arbeitsmarkt Outdoor in Zukunft ein? Stehen die Zeichen weiter auf Wachstum?

ROSENKRANZ: Der Outdoor-Markt ist über die letzten Jahre regelmäßig zweistellig gewachsen. Ich denke, dieses Jahr wird das Wachstum eher einstellig ausfallen, aber in den nächsten Jahren sehen wir dort keine großartige Veränderung. Für uns kann man sagen: „Schön, dass wir in 2011 fünf neue Mitarbeiter, also zusätzliche Stellen schaffen konnten. In 2012 haben wir bis dato drei neue Positionen geschaffen und damit können wir auf eine positive Bilanz zurückblicken. Wir hatten zwar gleichzeitig eine Lagerauflösung am Standort Aschheim, da es seit einiger Zeit ein Zentrallager im Headquarter in Bozen gibt. Die in Deutschland abgebauten Lageristen-Stellen wurden allerdings entsprechend in Italien aufgebaut. Für den Standort Aschheim lässt sich somit sagen, dass wir in den vergangenen drei Jahren acht neue Arbeitsplätze geschaffen haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Gespräch führte Till Kraemer

Über den Autor

Sport-Job GmbH

Ich bin Till Leon Kraemer und möchte hier mein Wissen über Karriere in der Sportbranche teilen. Bereits seit 1996 beschäftige ich mich mit diesen Thema. 1999 gründete ich die Firma Sport-Job.de. Seitdem helfe ich Menschen, sich Ihrer beruflichen Stärken bewusst zu werden und sich erfolgreich in der Sportbranche zu positionieren.

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2 Kommentare

  1. Michal B.

    Servus!
    Laut ihren Aussagen habe ich dann die besten Voraussetzungen :) Jetzt muss ich wohl nur die Salewa Homepage weiter im Auge behalten, ob sich im Vertrieb oder Produktmanagement was tut.

    Grüße

  2. Sport-Job GmbH

    Hallo Michal,

    wenn Du nach einer Stelle im Bereich Vertrieb oder Produktmanagement suchst, kannst Du aufgrund des großen Wachstums dieser Branche auch andere Unternehmen wie VAUDE, Jack Wolfskin oder Mammut in deine Suche miteinbeziehen. Auf unserer Homepage http://www.sport-job.de kannst Du weitere Jobs aus der Sportbranche finden.

    Vielen Dank für deinen Kommentar und weiterhin viel Spaß auf unserem Blog.

    Grüße
    Dario Canto

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