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Franchisesysteme in der Sportbranche – eine Alternative zur Festanstellung?

Wenn man Menschen befragt welche Firmen Ihnen zum Thema Franchise einfallen, dann ist sicherlich die wahrscheinlichste Antwort McDonalds. Doch wie würde die Antwort lauten wenn man nach Systemen fragen würde, die einen Sportbezug haben? Ehrlicherweise würden den meisten Personen ohne Sportmarktkenntnisse wohl kaum Firmennamen einfallen.

Doch wie sieht der Markt im Sport tatsächlich aus? Könnte die Übernahme eines Betriebes als Franchisenehmer im Sportumfeld eine interessante Alternative zu einer Festanstellung sein. Ich meine ja. Zwar gibt wenige Konzepte, die eine relevante Größe und Bekanntheit erreicht haben. Insgesamt sind mir aber mehr als drei Dutzend Systeme bekannt und es ist zu beobachten, dass die Professionalität der Anbieter immer weiter steigt.

Aber was ist eigentlich Franchise? Beim Franchising stellt ein Franchisegeber einem Franchisenehmer die (regionale) Nutzung eines Geschäftskonzeptes gegen Entgelt zur Verfügung. Hierbei sind die Nutzungsrechte an Warenzeichen, Waren- oder Geschmacksmustern sowie Gebietsschutz neben der Vermittlung von Know-how oft ein wichtiger Bestandteil der Franchisegeberleistungen.

Als Franchisenehmer können Sie sich somit voll auf die regionale Umsetzung eines bereits erprobten Geschäftskonzeptes konzentrieren. Marketingwerkzeuge, Betriebsabläufe sowie die Vorlagen für Businesspläne sind in der Regel vorhanden. Je nach Persönlichkeitsstruktur ist das Franchising somit eine interessante Alternative zur Gründung eines eigenen Unternehmens mit komplett neuem Konzept. Doch eine gewisse Vorsicht bleibt geboten. Die Sache mit der Konzentration auf das Operative funktioniert natürlich nur so gut, wie Sie die Systemzentrale des Franchisegebers unterstützt und wie gut die Materialien sind, die Ihnen zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich bedeuten die Vorlagen, die Sie erhalten im Gegenzug auch Restriktionen an die Sie sich zu halten haben und die Sie als Unternehmer in Ihrer Gestaltungsfreiheit beschneiden können.

Es gibt daher ein paar Dinge zu beachten, bevor Sie sich ein Franchisesystem entscheiden:

  • Achten Sie darauf, dass es eine ausreichende Anzahl von Referenzstandorten gibt, wo sich das Geschäftskonzept schon etabliert hat. Jeder Standort ist unterschiedlich. Als Franchisenehmer benötigen Sie Expertise, wie man im Falle ökonomischer Schieflagen in unterschiedlichen Regionen wirtschaftlich sinnvoll reagieren kann.
  • Schauen Sie darauf, dass das Franchisesystem eine ordentliche Systemzentrale aufgebaut hat. Nicht selten leiden Franchisesysteme im Sport an Unterfinanzierung, welches im Umkehrschluss die Qualität mindert.
  • Achten Sie auf einen Support auf Augenhöhe. Betrachten Sie sich als Gleichberechtigter Partner und fordern Sie diese Stellung ein.
  • Lassen Sie sich von der Systemzentrale Franchisenehmer als Referenz nennen und befragen Sie diese nach der Zufriedenheit mit dem Franchisegeber. Sofern Sie keine Referenzen genannt bekommen, so können Sie sich selber den Kontakt zu diesen Franchisenehmern suchen und stellen Sie diesen direkt Ihre Fragen.
  • Ein nicht unwesentliches Qualitätsmerkmal eines Franchisesystems ist sicher auch die Mitgliedschaft im deutschen Franchiseverband. Dieser prüft ein System nach gewissen Standards.
  • Beauftragen Sie auf jeden Fall einen Juristen bei der Überprüfung der Verträge und lassen Sie sich diese in verständlichen Worten erklären.

Fazit:

Es gibt eine Reihe von qualitativ hochwertigen Franchisegebern im Markt, die die oben genannten Kriterien erfüllen. Diese Systeme aus den Bereichen Handel sowie Gesundheit und Fitness bieten solide Karriereperspektiven in der Selbständigkeit.

Till Kraemer

Über den Autor

Sport-Job GmbH

Ich bin Till Leon Kraemer und möchte hier mein Wissen über Karriere in der Sportbranche teilen. Bereits seit 1996 beschäftige ich mich mit diesen Thema. 1999 gründete ich die Firma Sport-Job.de. Seitdem helfe ich Menschen, sich Ihrer beruflichen Stärken bewusst zu werden und sich erfolgreich in der Sportbranche zu positionieren.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://sport-job-blog.de/franchisesysteme-in-der-sportbranche/

2 Kommentare

  1. Philip Turian

    Ich frage mich, ob das im europäischen Sportsystem irgendeine Relevanz hat? Sport-Franchises gibt es beispielsweise in den USA zuhauf. In Europa, speziell in Deutschland muss man diese aber mit der Lupe suchen. In einigen der populärsten deutschen Sportarten wie Fußball und Handball sind diese im klassisch geprägten Verbands- und Vereinssystem überhaupt nicht vorgesehen. Eine Änderung ist hier auch nicht in Sicht. Wobei sich die Frage stellt, ob das überhaupt Sinn macht. Tradtionsreiche Vereine sind das Aushängeschild von Städten und Regionen und weisen auch aufgrund ihrer meist über hundertjährigen Geschichte eine große Anhängerschar auf.
    In Sportarten, in denen das Franchise-System ganz oder teilweise in Europa praktiziert wird, zeigt sich, dass es nur bedingt funktioniert. Und Retortenklubs traditionellen Sportarten zeigen auch, dass sich eine große Anhängerschar nicht innerhalb weniger Jahre aufbauen lässt und man damit im Gegenteil auch viel Antipathie sammelt.
    Das europäische Sportsystem ist historisch einfach anders gewachsen, weshalb es auch anders funktioniert, als jenes in den USA. Man sollte im Sportmanagement beachten, dass es kontinentale Unterschiede gibt und deshalb ein Sport-Franchise in Europa, speziell in Deutschland eben schwerer oder gar nicht funktioniert.

  2. Sport-Job GmbH

    Hallo Philip,

    Es ist richtig, dass das Franchising im Sportsystem in Europa bzw. in Deutschland bedingt oder überhaupt nicht funktioniert. Wie Du schon richtig geschrieben hast, sind die Strukturen einfach andere als in den USA. Als Investoren sich beim FC Liverpool einkaufen wollten, gab es erhebliche Fan-Proteste. Auf Grund der 50+1 Regel in Deutschland sind sollche Vorgehen “noch” nicht möglich (siehe Hannover 96 und dessen Präsident Martin Kind).
    Der Artikel Bezog sich viel mehr auf die möglichen Franchisesysteme in der Fitness- und Sportfachhandelsbranche, in der es mehrere Optionen für Franchises und somit auch mehrere Karrierechancen fernab der Festanstellung gibt. Runnerspoint und Adidas Originals, um nur einige zu nennen, bieten Franchisesysteme für ihre Stores an. Solche Systeme gibt es auch für verschiedene Fitnessstudios.
    Ob sich das Franchisesystem der großen Sportligen, ähnlich wie in den USA, auch in Europa bzw. Deutschland überhaupt durchsetzt, darf bezweifelt werden.

    Vielen Dank für deinen Kommentar und weiterhin viel Spaß auf unserem Blog.

    Grüße
    Dario Canto

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