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Bewerbungslügen

Die Lücken im Lebenslauf auffüllen oder Qualifikationen ausdenken; so schnell entsteht eine Lüge im Lebenslauf. Die Möglichkeiten des Schummelns sind vielfältig und vielen Personalern bekannt. Aber muss man deshalb immer bei der Wahrheit bleiben? Was ist erlaubt und wo erfindet man besser nichts?

Laut einer Umfrage sind es ein Drittel der deutschen Bewerbungen, die Lügen enthalten. Gelogen wird jedoch vorrangig bei den kleinen Dingen im Berufsleben. Ein Beispiel sei hier das Programm Excel, welches man, obwohl man es nur mal gesehen hat, plötzlich blind beherrsche. Oder aber der Bewerber bezeichnet seine längst vergessenen Schulsprachkenntnisse als fließende Fremdsprache, obwohl er damals nur gerade eben ein “ausreichend” erreicht hat. Dies kann den Bewerber im Vorstellungsgespräch gerade bei internationalen Unternehmen jedoch vor eine große Herausforderung stellen, wenn auf einmal die Sprache gewechselt wird.

Das Risiko ertappt zu werden ist jedoch gering. Personaler haben durchschnittlich fünf bis zehn Minuten Zeit für eine Bewerbungsmappe. Da kann nicht auf jede Kleinigkeit geachtet werden. Auffälliger wird es dann im Bewerbungsgespräch. Das Unternehmen kann hier durch gezielte Fragen Nachforschungen anstellen. Wer also nicht lügt, verwickelt sich auch nicht in Widersprüche.

Allerdings sind die Firmen selbst auch keine Vorbilder. In der Stellenausschreibung wird auch gerne mal mit Aufstiegschancen und Qualifikationsanforderungen übertrieben, um Talente anzulocken.

Natürlich möchte sich jeder nur positiv verkaufen, doch unwahre Behauptungen sollten dabei nicht aufgestellt werden. Selbstmarketing ist spielt in der Bewerbung eine große Rolle. So ist es erlaubt, aus einer kleinen Wahrheit eine Vergrößerung zu machen. Wer zum Beispiel einen Monat in Frankreich war, kann dies als Sprachreise statt als Strandurlaub kundgeben. Der Kern der Aussage sollte immer behalten bleiben, dann drohen auch keine Konsequenzen. Die Frage stellt sich hier aber auch, ob es überhaupt so klug ist alle Wahrheiten preiszugeben oder ob man manches nicht lieber für sich behalten sollte.

Und woran liegt es, dass immer mehr Bewerber in ihrem Lebenslauf schummeln? Heutzutage wird immer mehr verlangt von Kandidaten, die sich auf eine Stelle bewerben. Sie sollen ein erfolgreiches abgeschlossenes Studium hinter sich haben, am besten mit Auslandserfahrungen und mindestens 3 Praktika. Ach ja und nützlich wären da noch alle möglichen Skills, womit nicht nur PC-Kenntnisse, sondern auch Sprachkenntnisse gemeint sind. Aber irgendwo hört es doch einmal auf. Wie soll ein normaler Mensch das alles in kürzester Zeit schaffen? Hat ein Unternehmen nicht viel mehr von einem sympathischen Menschen, der gut ins Team passt und mit dem man auch reden kann? Wieso werden immer nur 1,0er Kandidaten erwartet, die mit 25 Jahren schon einen 3-seitigen Lebenslauf haben?

Bei mir selber sieht es nicht anders aus. Ich bin 22 Jahre alt und im Sommer mit meinem Bachelorstudium fertig. Doch was dann? Mir bleibt eigentlich gar keine andere Wahl als ein Masterstudium, da ich doch ohne eh keinen guten Job finden würde. Dies hängt aber alles von den Voraussetzungen der Master-Bewerbung ab: ein abgeschlossenes Bachelor-Studium mit einer Mindestnote von 2,7, Deutsch- und Englischkenntnisse, einen Studierfähigkeitstest der Uni Köln, sonstige Leistungen und Qualifitkationen – dazu zählen berufliche Erfahrungen, besondere Auslandserfahrungen, besonderes Engagement im Studium, weiteres Engagement und sonstige Leistungen. Kein Wunder, dass hierbei der ein oder andere schnell eine kleine Lüge erfindet.

Und wie steht ihr dazu? Gerne freuen wir uns auf Kommentare und eure Meinungen.

Marie Growe

Über den Autor

Sport-Job GmbH

Ich bin Till Leon Kraemer und möchte hier mein Wissen über Karriere in der Sportbranche teilen. Bereits seit 1996 beschäftige ich mich mit diesen Thema. 1999 gründete ich die Firma Sport-Job.de. Seitdem helfe ich Menschen, sich Ihrer beruflichen Stärken bewusst zu werden und sich erfolgreich in der Sportbranche zu positionieren.

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