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Welcher ist der richtige Abschluss für den Berufseinstieg in die Sportbranche?

DiplomHeutzutage gibt es vielfältige Möglichkeiten, um eine Berufsausbildung in der Sportbranche zu machen. Von der Ausbildung im Betrieb bis hin zum Bachelor- und Masterstudium im Sport- management, lässt sich vieles realisieren. Doch was bringt den größten Erfolg, wenn es darum geht in der Sportbranche Fuß zu fassen?

In letzter Zeit haben wir von Sport-Job einige CEOs und Geschäftsführer namhafter Unternehmen der Sportbranche wie Mammut oder Globetrotter zu den Themen Jobeinstieg, Personalentwicklung und Zukunftsperspektiven in der Branche interviewt.


Dieses Mal haben wir die Personalchefin von ERIMA, Gabriele Hofer, und den Deutschland Geschäftsführer von Haglöfs, Herbert Horelt, konkret nach deren Meinung bezüglich eines Bachelor-/ Masterabschlusses in ihrer Branche gefragt. ERIMA ist ein deutsches mittelständisches Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitern und Haglöfs eine schwedische Outdoormarke, die 2010 vom japanischen Sportartikelhersteller Asics gekauft wurde. Haglöfs beschäftigt in seinem deutschen Unternehmenssitz ca. 10 Mitarbeiter. Die Rahmenbedingung der Unternehmen könnten für unsere Fragen kaum unterschiedlicher sein, doch als Ergebnis konnten wir wertvolle Informationen gewinnen, die sowohl die Studiums- als auch die Berufswahl verbessern können.
Viele der angehenden Studieninteressierten und Universitätsabsolventen stellen sich dieselbe Frage, die wir den beiden Interviewpartnern aus der Branche gestellt haben: „Ist ein Bachelorabschluss für den heutigen Arbeitsmarkt ausreichend?“ Die Personalchefin von ERIMA sagt: „Es kommt auf die Position an. Der Bachelorabschluss ist sicher gut ausreichend für eine mittlere Einstiegsposition im gehobenen kaufmännischen Bereich.

Lässt sich möglicherweise auf einen Qualitätsunterschied des Bachelor-/Masterabschlusses und des Diploms schließen? Gabriele Hofer beantwortete das wie folgt: „Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Masterabsolventen ein Stück älter und reifer sind und über mehr Projekterfahrung verfügen, weil sehr häufig im Master auch noch Projektpraktika enthalten sind. Zusätzlich haben sie noch mehr praktische Erfahrung.“
Aber nicht jeder will und kann einen Master machen, weil auch die Studienplätze knapp sind. Wer sich dann entschließt in einen Job einzusteigen und das möglicherweise im Sportbusiness, ist vielleicht schon mal auf ERIMA und Haglöfs gestoßen. Doch welche Erfahrungen haben beide Unternehmen mit Absolventen der Fachrichtung Sport (Sportmanager, -lehrer und –wissenschaftler)? Herbert Horelt von Haglöfs erläutert dazu: „Es hängt letztendlich immer von der Person ab. Aber wir haben keinen Sportlehrer, weil sich bisher noch keiner beworben hat. Sportwissenschaftler sind oft zu abstrakt für uns und nicht so praxisbezogen. Da haben wir schon Bewerbungen gehabt, die aber schon vom Anforderungsprofil nicht zu Haglöfs gepasst haben. Sportmanager in dem Sinne haben wir nicht. Wir haben in diesem Bereich Diplom Kaufleute, die aus dem Outdoor-Sportbereich kommen. Zur Zeit haben wir eine Praktikantin beziehungsweise einen Ausbildungsplatz (Duales Studium). Die Person ist drei Monate bei uns in der Firma und drei Monate an der Hochschule. Das ist der erste Versuch und das hat sich sehr gut bewährt und funktioniert hervorragend.“ Wie sehen die Erfahrungen mit Bewerbern aus dem Sportbereich bei ERIMA aus? „Wir beschäftigen regelmäßig Praktikanten, haben auch mehrere Absolventen, die wir dauerhaft im Bereich Sportmanagement beschäftigen. Dabei besteht eine gute Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth, dem RheinAhrCampus Remagen und der Universität Tübingen.“
Abschließend stellt sich die Frage, welche Empfehlungen Gabriele Hofer und Herbert Horelt für die neue Studiengeneration und Berufseinsteiger bereithalten? Der Geschäftsführer von Haglöfs erklärt dies an drei Punkten: „Es gibt drei Sachen, die wir als Haglöfs sehr positiv empfinden. Erstens ist, praktische Erfahrungen durch Praktika zu sammeln und diese als Chance zu sehen sich in einer Firma zu integrieren, weil sie dadurch einfach eine gewisse Erfahrung bekommen und die Firmen auch sehen können inwiefern sich die Praktikanten (Mitarbeiter) engagieren und wie diese zur Firma passen. Das zweite ist, sich unbedingt mit dem Thema Ausland auseinander zu setzen, da ein halbes Jahr im Ausland mit Sicherheit von Vorteil ist. Der dritte Punkt wäre die Zusatzqualifikationen hervorzuheben, also wenn einer Übungsleiter oder Skilehrer ist oder im Outdoor-Bereich oder im Klettern sehr viel zu tun hat. Das gilt aber generell für den Sportbereich. Sagen wir sie bewerben sich bei einem Skihersteller im Vertrieb, dann ist  es sicherlich von Vorteil, wenn man über Zusatzqualifikationen als Skilehrer oder Skiguide verfügt.“Das sind sehr wichtige Punkte, die Herbert Horelt nahe legt.

Wie sieht diese Empfehlung bei der ERIMA Personalchefin aus? „Meine erste Empfehlung ist, die Interessensschwerpunkte abzudecken. Das, wofür man sich selbst begeistert und wofür man lebt, da sollte auch der Beruf hingehen. Auch sollte auf sinnvolle Studienkombinationen geachtet werden. Die genaue Planung des Studiums ist wichtig, wenn man sich zum Beispiel eine Zukunft in der Sportartikelindustrie wünscht, dann sollte man nicht sein Studium hauptsächlich auf Vereinsmanagement ausrichten oder Praktika in Verbänden und Vereinen machen. Das gilt auch für die Abschlussarbeit. Natürlich darf man aber auch die Soft Skills, die Sprachen und Praxiserfahrungen nicht vergessen und möglichst immer up-to-date bleiben.“ Bei der ganzen Debatte um die Umstellung auf Bachelor und Master muss natürlich gesagt werden, dass es auch Berufe gibt, für die eher ein Masterabschluss empfehlenswert ist. Das gilt vor allem für internationale Einsätze oder für große Konzerne, die mehr auf den Master schauen, wobei sich diese Positionen im Bereich Verkaufsleiter oder Geschäftführung ansiedeln. Über allem steht aber was sich der Bewerber wünscht und welches Anforderungsprofil für die Stelle vorliegt. Wenn der Studieninteressent oder der Berufs- oder Quereinsteiger das beherzigt, dann sollte einem erfolgreichen Einstieg eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

Darío Canto

Über den Autor

Sport-Job GmbH

Ich bin Till Leon Kraemer und möchte hier mein Wissen über Karriere in der Sportbranche teilen. Bereits seit 1996 beschäftige ich mich mit diesen Thema. 1999 gründete ich die Firma Sport-Job.de. Seitdem helfe ich Menschen, sich Ihrer beruflichen Stärken bewusst zu werden und sich erfolgreich in der Sportbranche zu positionieren.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://sport-job-blog.de/bachelor-master-sportbranche/

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